Die wirtschaftliche Misere in Deutschland, dessen Bruttoinlandprodukt noch immer auf dem Niveau von 2019 festhängt, spiegelt sich auch in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie (M+E) wider und trifft diese vielfach sogar noch härter als andere Wirtschaftssektoren.
Der Januar 2025 war nun bereits der 13. Monat in Folge, in dem die M+E-Industrie Personal abbauen musste. Seit dem letzten Beschäftigungshöhepunkt im September 2023, als die M+E-Industrie Sachsens noch fast 190.000 Mitarbeiter zählte, sind mittlerweile rund 5.700 Stellen verlorengegangen. Angesichts der aktuellen Konjunkturdaten droht sich diese fatale Entwicklung in den kommenden Monaten noch weiter fortsetzen. Denn die Auftragseingänge lagen im letzten Jahr um 6%, preisbereinigt sogar um 8% unter dem Vorjahresniveau und der Umsatz schrumpfte um rund 5%. Gemessen am bundesweiten Rückgang der Produktion droht allein für Sachsen ein weiterer Verlust von bis zu 30.000 Arbeitsplätzen.
Die Kapazitätsauslastung in der sächsischen M+E-Industrie erreicht derzeit nur noch 76%. Damit ist die gegenwärtige Lage vergleichbar wie während der Finanz- und der Coronakrise. Entsprechend schlecht ist die Stimmungslage und zahlreiche Firmen planen mit weiterem Produktions- und Beschäftigungsabbau in den kommenden Monaten.
Zu den dramatischen Zahlen erklärt SACHSENMETALL-Präsident Dr. Jörg Brückner:
„Dieser Niedergang ist erschütternd. Für Sachsen gilt dies in besonderer Weise, denn längst geht es ans Eingemachte, an Strukturen, an die Substanz. Damit droht vielerorts die mühsame Aufbauleistung der vergangenen Jahrzehnte zunichte zu gehen.
Die derzeitige Entwicklung ist zugleich ein wirtschaftspolitisches Armutszeugnis. Denn anders als in der Coronakrise war es diesmal kein unvorhersehbarer externer Schock, der zum Absturz führte. Noch immer warten die Unternehmen auf ein international wettbewerbsfähiges Energiepreisniveau, eine Reform der Sozialversicherungen, die den Arbeitnehmern mehr netto vom brutto übriglässt, auf ein Ende und Zurücknehmen immer neuer Regulierungen u.v.m.“