Arbeitszeitgestaltung
Arbeitszeitmodelle zwischen Kundenanforderung und Akzeptanz im Betrieb.
Arbeitszeit als Hebel der Wirtschaftlichkeit
In der Praxis zeigt sich, dass bewährte Arbeitszeitmodelle den gestiegenen Flexibilitätsanforderungen der Kunden teilweise nicht mehr vollständig entsprechen. Bei diesen starren Modellen entstehen Verschwendungen durch Lücken und Überdeckungen zwischen Kapazitätsbedarf und verfügbarer Personalkapazität. Andere Unternehmen können dem Kundenbedarf aufgrund hoher Krankenstände, kurzfristiger krankheitsbedingter Personalausfälle oder Schwierigkeiten bei der Besetzung von Schichtarbeitsplätzen nicht immer gerecht werden. Bei der Analyse der Ursachen und Findung möglicher Lösungen sollte auch die Überprüfung der Ergonomie und Markttauglichkeit der Arbeitszeitmodelle im Fokus stehen. Aktuelle und bedarfsorientierte Arbeitszeitmodelle liefern einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherheit und Zufriedenheit der Beschäftigten.
Gemeinsam mit SACHSENMETALL Arbeitszeitmodelle gestalten
SACHSENMETALL unterstützt seine Mitgliedsunternehmen mit Inhouse-Schulungen, individuellen Kurzchecks und Workshops sowie vielfältigen Veranstaltungen. Ziel ist es, gemeinsam mit den verantwortlichen Betriebsparteien bedarfsgerechte Arbeitszeitmodelle unter Einhaltung der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen und Berücksichtigung arbeitswissenschaftlicher Erkenntnisse zu gestalten. Neben der arbeitswissenschaftlichen Gestaltung durch die Verbandsingenieure unterstützen wir gemeinsam mit den Verbandsjuristen bei der Überführung der Arbeitszeitmodelle in betriebliche Regelungen und der Einführung im Betrieb.
Arbeitszeitmodelle
Schichtplanentwicklung
Arbeitszeitmodelle
Arbeitszeitmodelle definieren den zeitlichen Rahmen für den Einsatz der Beschäftigten im Betrieb. Sie müssen betriebliche Rahmenbedingungen und gesetzliche sowie tarifvertragliche Regelungen erfüllen, sollten diese in Einklang mit Kundenwünschen, arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen und Beschäftigteninteressen bringen und müssen gleichzeitig praktikabel bleiben.
SACHSENMETALL prüft bestehende Arbeitszeitmodelle, unterstützt bei der Entwicklung praxistauglicher betrieblicher Regelungen und begleitet bei der Einführung dieser in den Betrieb.
Was wir konkret tun:
- Analyse der bestehenden Arbeitszeitregelungen auf betriebliche Eignung
- Unterstützung bei der Überarbeitung oder Entwicklung unternehmensspezifischer Arbeitszeitmodelle (z.B. Auswahl und Auslegung von Arbeitszeitkonten, Gestaltung von Gleitzeitrahmen und Funktionszeiten, Analyse und Gestaltung von mobiler Arbeit)
- Ableitung des Personalbedarfs aus Kundenanforderungen, Arbeits- und Prozessbedingungen
- Überarbeitung und Abstimmung betrieblicher Vereinbarungen mit den Betriebsparteien
Beispiel aus der Praxis
Ein Unternehmen möchte seine Gleitzeitregelung modernisieren, weil Kernzeiten nicht mehr zum Kundenbedarf passten und Arbeitszeitvolumen teilweise nicht am Unternehmensbedarf orientiert aufgewendet wurde. Als Grundlage für den Veränderungsprozess haben wir gemeinsam mit den Verantwortlichen im Unternehmen die bestehende Arbeitsorganisation im Bereich (z.B. Stellenprofile und -besetzung, Aufgabenteilung) analysiert, Engpässe und Überdeckungen zwischen Kundenbedarf und Personaleinsatz transparent gemacht und Optimierungspotentiale der möglichen alternativen Arbeitszeitmodelle gegenübergestellt. Als Vorzugslösung wurden Funktionszeiten definiert und durch eine mitarbeiterorientierte, betriebliche Einsatzplanung mit klaren Spielregeln untersetzt. Die Schaffung eines gemeinsamen Verständnisses und die Erfüllung von Bedarfen des Unternehmens und Interessen der Beschäftigten führte bei der Abstimmung zwischen Betriebsrat und Führungskräften zur Akzeptanz für das neue Arbeitszeitmodell. Mit der Einführung konnten Ansprechzeiten an den Kunden orientiert, Belastungen im Team gleichmäßiger verteilt und neben der Planbarkeit zusätzliche Spielräume zur flexiblen Arbeitszeitverteilung für die Beschäftigten geschaffen werden.
Schichtplanentwicklung
Schichtpläne legen fest, wann, wie und wo Beschäftigte im Betrieb eingesetzt werden. Unsere Verbandsingenieure unterstützen bei der Gestaltung von maßgeschneiderten Schichtplänen unter Einbindung aller betrieblichen Akteure. Hierbei wird eine tragfähige Lösung durch die Berücksichtigung von Kundenwünschen, betrieblichen Rahmenbedingungen, Mitarbeiterinteressen und bisherigen Erfahrungen und arbeitswissenschaftlichen Empfehlungen unter Einhaltung der gesetzlichen und tariflichen Regeln erzielt.
Wo wir konkret helfen:
- Ermittlung des erforderlichen Personalbedarfs (z.B. Stellen, Qualifikationen)
- Softwaregestützte Gestaltung maßgeschneiderter Schichtpläne
- Überprüfung bestehender Schichtmodelle auf Optimierungspotential
- Optimierung bestehender oder Entwicklung neuer Schichtpläne – auf Wunsch als Workshop unter Beteiligung aller betrieblichen Akteure
- Erstellen von Reserve- und Vertretungskonzepten
- Schulung der betrieblichen Akteure
- Erstellung von Dokumentationen als Grundlage betrieblicher Regelungen
- Begleitung der Einführung
Beispiel aus der Praxis
Ein Unternehmen hatte seit 20 Jahren ein festes Schichtmodell in Anwendung. Die Flexibilität der Kundenbedarfe stieg in den vergangenen 2 Jahren deutlich. Infolgedessen kam es häufig zu Über- und Unterdeckungen. Das Unternehmen reagierte durch eine operative Steuerung mit kurzfristigen Einbringschichten. Diese Steuerung war aufwändig und bei den Beschäftigten aufgrund kurzfristiger Wochenendeinsätze unbeliebt. Spezielle erforderliche Qualifikationen und gestiegene Kosten machten Leiharbeit weder praktikabel noch wirtschaftlich.
Unter Einbindung aller betrieblichen Akteure werden Grenzen und Stufen des Kapazitätsbedarfs abgebildet und daraus eine passende „Gangschaltung“ als flexibles Schichtmodell zwischen 12 und 17 Schichten entwickelt. Betrieblich wird eine Ankündigungsfrist zum Wechsel der Schichtmodelle vereinbart. Eine Erweiterung / Verkürzung der täglichen Arbeitszeit wird mit kürzerer Ankündigungsfrist vereinbart.
Mit Einführung der Gangschaltung werden Kundenbedarfe besser erfüllt, Arbeitszeitkonten regelmäßig ausgeglichen, Wochenendeinsätze reduziert und die Planbarkeit der Wochenendeinsätze für die Beschäftigten verbessert. Es ist kein zusätzliches Personal zur Abbildung von Bedarfsspitzen erforderlich.
Formate zur Unterstützung unserer Mitglieder in arbeitswissenschaftlichen Themenfeldern
Kurzcheck
Ziel: Strukturiert die betriebliche Ausgangssituation im Themenfeld analysieren, den Ist-Zustand systematisch erfassen und bewerten und darauf aufbauend Lösungs- und Entwicklungsoptionen aufzeigen.
Dauer: 1 Tag
Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte, Entscheidungsträgern und operativen Anwender
Fachveranstaltungen und Arbeitskreise
Ziel: Informationsvermittlung zu arbeitswissenschaftlichen Themen – darunter Demografie, Leistungsentgelt, Entgeltkompass –, fachliche Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Gewährleistung eines brancheninternen Austauschs
Dauer: variabel
Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte, Entscheidungsträger und operative Anwender
Inhouse-Schulung
Ziel: Basiswissen und fachlichen Hintergrund zum Themenfeld vermitteln und damit Aufbau bzw. Konsolidierung von Methodenkompetenz als gemeinsame Wissensgrundlage im Unternehmen unterstützen.
Dauer: 2-4 Stunden
Zielgruppe: Fach- und Führungskräfte, Entscheidungsträgern und operativen Anwender
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