Sachsens Metall- und Elektroindustrie steckt im strukturellen Abschwung fest – Personalabbau und Kurzarbeit sind die Folgen

Zur aktuellen wirtschaftlichen Lage in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie erklärt SACHSENMETALL-Präsident Dr. Jörg Brückner:

„Die sächsische Metall- und Elektroindustrie bildet das Rückgrat unserer Volkswirtschaft. Schon seit einiger Zeit bereitet uns deren wirtschaftliche Entwicklung Sorgen. Die nun vorliegenden Auswertungen für das erste Halbjahr 2024 bestätigen leider den anhaltenden Negativtrend. Im Gegensatz zu früheren Abschwüngen ist der aktuelle Rückgang nicht nur konjunkturell, sondern strukturell bedingt.

Von Januar bis Juli 2024 sank der preisbereinigte Auftragseingang um 18,9 Prozent, der Umsatz um 9,8 Prozent und der Auslandsumsatz um 6,5 Prozent. Infolge der rückläufigen Produktion ging auch die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden um 4,1 Prozent zurück.

Inzwischen verzeichnen auch die Elektroindustrie und der Fahrzeugbau deutliche Rückgänge. Die Metallindustrie leidet seit Jahren unter den hohen Energiepreisen, während der Maschinenbau durch die Investitionszurückhaltung in der deutschen Wirtschaft aufgrund allgemeiner Verunsicherung beeinträchtigt wird. Mit einer Kapazitätsauslastung von aktuell 82 Prozent liegt diese deutlich unter dem Normalniveau. Dementsprechend blicken die Unternehmen mit Pessimismus auf die kommenden Monate.

Als Folge dieser widrigen Rahmenbedingungen sehen sich die Unternehmen zunehmend gezwungen, ihre Stammbelegschaften zu verkleinern. So sank die Zahl der Beschäftigten branchenweit zum ersten Mal seit drei Jahren um 1,3 Prozent.

Zugleich wird verstärkt auf das Instrument der Kurzarbeit zurückgegriffen. Abgesehen von den extremen Corona-Jahren erreicht das aktuelle Kurzarbeitsniveau in Sachsen einen Stand, wie man ihn zuletzt 2010 gesehen hat, als die Wirtschaft noch mit den Folgen der Finanzkrise zu kämpfen hatte.

Die Befunde sind alarmierend und setzen bundes- wie auch landespolitische Verantwortungsträger gleichermaßen unter Druck: Der Motor der sächsischen Wirtschaft funkt SOS. Politische Rahmenbedingungen – insbesondere in der Energiepolitik – müssen dringend angepasst werden und lassen sich auch politisch verändern. Bleibt dieser Ruf ungehört, drohen uns ein wirtschaftlicher Abstieg und Wohlstandsverluste.“

Beigefügt erhalten Sie ergänzende Informationsmaterialien zu den Rahmenbedingungen und der aktuellen wirtschaftlichen Lage der sächsischen Metall- und Elektroindustrie.

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