Der aktuelle MINT-Herbstreport des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) bestätigt den weiterhin hohen Bedarf an Fachkräften im MINT-Bereich. Trotz des wirtschaftlichen Einbruchs bleibt die MINT-Lücke bestehen. Im September 2023 gibt es 476.400 offene Stellen in MINT-Berufen, während 195.920 Personen arbeitslos sind. Unbereinigt sind bundesweit mindestens 280.480 offene Stellen in MINT-Berufen nicht besetzt. Unter Berücksichtigung qualifikatorischer Mismatches ergibt sich eine Arbeitskräftelücke von 285.800 Personen. Die MINT-Lücke ist im Vergleich zum Rekordwert von September 2018 um 15,5 Prozent gesunken. Die größten Engpässe bestehen in den Energie-/Elektroberufen, Maschinen- und Fahrzeugtechnik, IT-Berufen, Metallverarbeitung und Bauberufen.
Die wichtigsten Ergebnisse im Einzelnen:
- Mit 132.100 Personen bilden die MINT-Facharbeiterberufe die größte Engpassgruppe, gefolgt von 122.300 Personen im Segment der MINT-Expertenberufe sowie 31.400 im Segment der Spezialisten- beziehungsweise Meister- und Technikerberufe.
- Aktuell scheiden jährlich über 64.800 MINT-Akademikerinnen und MINT-Akademiker aus Altersgründen aus dem Arbeitsmarkt aus. In fünf Jahren wird der jährliche demografische Ersatzbedarf um 9.300 auf 74.100 zunehmen.
- Die Zahl der MINT-Studierenden sank zwischen 2016 und 2022 von rund 198.000 auf 176.300.
- Der Frauenanteil an allen sozialversicherungspflichtig beschäftigten Personen in MINT-Berufen ist vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2023 von 13,8 Prozent auf 16,1 Prozent gestiegen.
- Der Beschäftigtenanteil von Älteren ab 55 Jahren nimmt deutlich zu. Seit 2012 stieg die Zahl von 955.478 auf zuletzt 1.593.296 Beschäftigte.
- Das MINT-Beschäftigungswachstum von ausländischen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern war im Zeitraum vom vierten Quartal 2012 bis zum ersten Quartal 2023 überproportional hoch.