Auftragseingang, Auslandsumsatz und insbesondere die Beschäftigung waren in den ersten vier Monaten des Jahres weiterhin rückläufig. Der aktuelle SACHSENMETALL-Konjunkturreport zeigt deshalb trotz einer leicht positiven Stimmungslage allenfalls eine vorsichtige Stabilisierung, aber noch keinen nachhaltigen Aufschwung.
In den ersten vier Monaten des Jahres sank der preisbereinigte Auftragseingang gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5 %, während er bundesweit um 4 % zulegte. Auch der Auslandsumsatz und die Beschäftigung entwickelten sich in Sachsen deutlich schwächer als im Bund.
Besonders schwer wiegt die Krise der Automobilindustrie, auf die allein im April rund 4.000 der insgesamt 7.600 verlorenen Arbeitsplätze entfielen. Auch die Kapazitätsauslastung bleibt trotz einer leichten Erholung mit rund 80 Prozent zu niedrig, um den weiteren Beschäftigungsabbau zu stoppen.
SACHSENMETALL-Präsident Dr. Jörg Brückner erklärte:
„Die Lage in der sächsischen Metall- und Elektroindustrie ist alarmierend. Auftragseingang, Umsatz und Auslandsumsatz sind in den ersten vier Monaten des Jahres erneut deutlich eingebrochen — in Sachsen sogar stärker als im Bundesdurchschnitt. Allein in den vergangenen zweieinhalb Jahren hat die Branche mehr als 15.000 Arbeitsplätze verloren.
Diese Entwicklung ist auch das Ergebnis politischer Entscheidungen — und teilweise politischer Untätigkeit. Hohe Steuern und Sozialabgaben verteuern Arbeit, Energiepreise belasten die industrielle Produktion, Bürokratie bindet Personal und verhindert Investitionen.
Besonders fatal wirkt sich das politische Mikromanagement in der Industriepolitik aus. Das deutlichste Warnsignal ist die Automobilindustrie. Eine über Jahrzehnte gewachsene industrielle Kernkompetenz — der Bau hocheffizienter Verbrennungsmotoren mit einem starken Zuliefernetzwerk und hoher Wertschöpfung in Deutschland — wurde politisch entwertet, bevor tragfähige Alternativen in ausreichendem Umfang am Markt etabliert waren.
Die einseitige Fixierung auf Elektromobilität hat massive Verwerfungen ausgelöst. Besonders Südwestsachsen spürt bereits heute, was passiert, wenn politische Wunschbilder über wirtschaftliche Vernunft gestellt werden. Hier stehen nicht abstrakte Kennzahlen auf dem Spiel, sondern gut bezahlte Arbeitsplätze, Familienexistenzen, regionale Wertschöpfung und die industrielle Zukunft ganzer Landstriche.
Unser Appell an die Politik ist deshalb unmissverständlich: Beenden Sie die staatliche Übersteuerung der Wirtschaft. Senken Sie die Belastungen auf Arbeit. Sorgen Sie für wettbewerbsfähige Energiepreise. Bauen Sie Bürokratie tatsächlich ab. Beschleunigen Sie Genehmigungen. Vertrauen Sie wieder stärker auf Unternehmen, Ingenieure, Facharbeiter und Kunden statt auf politische Detailvorgaben.
Wenn dieser Kurs nicht schnell und konsequent korrigiert wird, droht Sachsen der Verlust weiterer zehntausender Industriearbeitsplätze. Dann wäre der Niedergang nicht schicksalhaft, sondern politisch mitverursacht — und politisch zu verantworten.“
Abbildungen zum Konjunkturreport für die sächsische M+E-Industrie, Juli 2026