Die wirtschaftliche Misere für Sachsens größte Industriebranche, die Metall- und Elektroindustrie (M+E) hält unvermindert an. Auftragseingang, Umsatz und Auslandsumsatz sanken 2025 abermals, nachdem es bereits im Vorjahr kräftige Rückgänge gegeben hatte. Die sächsische M+E-Industrie musste seit ihrem letzten Höchststand mit rund 190.000 Beschäftigten im September 2023 einen Verlust von über 12.000 Arbeitsplätzen bis einschließlich Januar 2026 hinnehmen. Die Kapazitäten sind mit 76% erheblich unterausgelastet, was den tiefsten Stand seit der Finanz- und der Coronakrise bedeutet. Solange die Auslastung nicht wenigstens wieder das langfristige Durchschnittsniveau von 85% erreicht, wird sich der Personalabbau auch in den kommenden Monaten fortsetzen. Dabei ist das Umfeld extrem angespannt: Zum einen sind mit China und den USA gleich die beiden größten sächsischen Exportmärkte (stark) rückläufig. Zum anderen droht die durch den Irankrieg verursachte Energiepreisexplosion in hohe Inflation umzuschlagen, was den inländischen Privatkonsum abwürgen und einen abermaligen Kostenschock für die Unternehmen bedeuten könnte.
SACHSENMETALL-Präsident Dr. Jörg Brückner erklärte angesichts dieser Entwicklungen:
„Selten zuvor traten so viele negative Entwicklungen zeitgleich auf. Unsere Industrie steht von allen Seiten unter Druck – sei es durch deutlich steigende Inflationsraten infolge des Irankriegs, zunehmenden Protektionismus in unseren wichtigsten Auslandsmärkten oder weiterhin extrem hohe Arbeitskosten. Viele Unternehmen konnten diesem Druck bereits nicht mehr standhalten und mussten in erheblichem Umfang Personal abbauen oder ihren Betrieb ganz einstellen. Nun droht sich selbst der Mini-Aufschwung, der noch vor wenigen Wochen für 2026 prognostiziert wurde, unter dem Eindruck der Entwicklungen im Nahen Osten wieder zu verflüchtigen.
Da Deutschland nichts gegen die geopolitischen Verwerfungen ausrichten kann, ist es nun umso wichtiger, dass die Politik in Bund und Freistaat endlich zumindest jene Stellschrauben nutzt, die sie selbst beeinflussen kann, um unsere Standortbedingungen zu verbessern: die Reduktion der Steuer- und Abgabenlast, ein erheblicher Abbau von Bürokratie und Korrekturen bei der Energiewende, die unter anderem zu den völlig aus dem Ruder gelaufenen Strompreisen geführt hat. Anderenfalls wird sich die verhängnisvolle Abwärtsspirale, in der wir uns befinden, unvermindert weiterdrehen.“
Begleitmaterial zum SACHSENMETALL-Konjunkturreport März 2026