US-Stahlzölle auf Metallprodukte träfen auch deutsche Hersteller

US-Präsident Trump hat Strafzölle von 25% auf Importe von Stahl und Aluminium ins Spiel gebracht. Dies würde die ohnehin angeschlagene deutsche Stahlindustrie treffen – und könnte einen Handelskrieg mit den USA auslösen. Die USA sind der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Stahlindustrie außerhalb Europas. Etwa 20% des gesamten Rohstahls werden dorthin exportiert, vor allem hochwertige Spezialstähle. Damit entfällt ein Viertel aller EU-Stahlexporte in die USA auf die Bundesrepublik. Da allerdings rund 80% des deutschen Stahlexportes in europäischen Ländern landen, wären die negativen Folgen vor allem indirekter Natur.

Denn die USA sind mit rund 17 Millionen Tonnen Rohstahl ein wichtiger Stahlimporteur und die Folge von Zöllen wäre voraussichtlich eine Umlenkung der Exporte aus Drittländern in die EU. Wenn Trump darüber hinaus auch Zölle auf andere EU-Exporte erheben würde, wäre die deutsche Stahlindustrie erneut getroffen, denn Stahl ist ein entscheidendes Vorprodukt beispielsweise für Karosserien, Autos, Maschinen und andere Produkte. So waren die USA mit gut 2,5 Millionen Tonnen der wichtigste Abnehmer für Walzstahl noch vor Frankreich und Polen.

Trumps Protektionismus setzt die europäische Metallherstellung damit weiter unter Druck. Dabei sind diese bereits durch die hohen Energiepreise und die hohen und weiter steigenden globalen Überkapazitäten, vor allem in China, belastet. Bei einer Umsetzung seiner Pläne droht eine weiter Schrumpfung der heimischen Metallproduktion, was mit einer größeren Abhängigkeit im Nachgang einherginge. Bereits zwischen 2017 und 2022 sank die preisbereinigte Wertschöpfung der EU-Metallherstellung drastisch – in Deutschland um ein Drittel, in Italien um 38%, in Frankreich um 53% und in Spanien sogar um 62%. 

Die EU muss deshalb Strategien entwickeln, wie sie auf die drohende handelspolitische Auseinandersitzung reagieren kann. An erster Stelle sollte dabei ein Abbau der Wettbewerbsnachteile stehen, die durch hohe Energiekosten und Bürokratie verursacht werden. Denn auch ohne Handelskrieg ist die Produktion in Deutschland und Europa derzeit kaum wettbewerbsfähig.

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