Nur eine Minderheit arbeitet unfreiwillig in Teilzeit

Rund 12,6 Mio. Beschäftigte in Deutschland arbeiten in Teilzeit, wie das Statistische Bundesamt auf Basis des Mikrozensus 2022 ermittelte. Allerdings zwingen äußere Umstände nur eine Minderheit der Personen zur Teilzeittätigkeit: Gut ein Drittel der Beschäftigten musste die Arbeitszeit reduzieren, um entweder die Betreuung von Angehörigen sicherzustellen (24 Prozent), weil eine eigene Krankheit oder Behinderung dazu zwangen (5 Prozent) oder weil keine Vollzeitstelle gefunden wurde (6 Prozent).

Dagegen reduzierten jeweils mehr als ein Viertel der Beschäftigten ihre Arbeitszeit, weil ein Wunsch nach Teilzeittätigkeit oder andere Gründe vorlagen. Bei 12 Prozent war eine laufende Aus- oder Weiterbildung der Grund, weshalb hier nur von einer vorübergehenden Teilzeittätigkeit ausgegangen werden kann.

Spiegelbildlich war die Verteilung der Gründe zwischen Männern und Frauen bei den Themen Betreuung von Angehörigen (Männer: 7 Prozent, Frauen: 29 Prozent) sowie Aus- und Weiterbildung (Männer: 23 Prozent, Frauen: 8 Prozent). Wenn dies nicht den persönlichen Präferenzen entspricht, ist oft eine mangelhafte Betreuungsinfrastruktur die Ursache. Bei der Kinderbetreuung betrifft dies jedoch in erster Linie Westdeutschland, wo nur 47 Plätze in Kindertageseinrichtungen auf 1.000 Einwohner kommen, wohingegen es in Ostdeutschland 73 sind und in Sachsen sogar 92.

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